The Smashing Book


Bildquelle: http://www.smashingbook.com

Really smashing?
Naja. Darüber lässt sich wohl streiten.

Als regelmäßiger Besucher des Online-Magazins war es wohl mehr oder weniger obligatorisch bei der Veröffentlichung des ersten Buches zuzuschlagen. Wenngleich ein wenig skeptisch – denn immerhin lebt das Magazin von der Aktualität der Beiträge, von Tipps und Tricks und Neuigkeiten aus dem Web. Ein Buch – ist einmal gelesen – schnell uninteressant und überholt. Inspirationsquellen, sind eben auch nur einmal inspirierend und aktuelle Designtrends eben nur für den Moment. Skepsis hin oder her – das Buch wurde bestellt, in der Hoffnung eines besseren belehrt und vom Inhalt und der Sinnigkeit dessen überzeugt zu werden.

Tja. Nach monatelanger Wartezeit war das Buch dann endlich auch mal da. Spärlich verpackt und in den Briefkasten gequetscht. Der erste Gedanke: “sooo klein?”. Es kam ein Buch in DIN-A5-Größe zum Vorschein. Hmm, man hatte anderes im Sinn… aber Größe ist ja nicht alles, der Inhalt zählt, ach ja und all die bekannten Floskeln ;). Letztlich war aber nicht nur das Format, sondern auch die gesamte Verarbeitung des Buches absolut enttäuschend. Der Einband ist, selbst für ein Taschenbuch viel zu dünn und anfällig für Knicke, Dellen, Kratzer, Prellungen, Schürfwunden und sonstige oberflächliche Verletzungen. Die Klebung löst sich schon nach einmaligem, sorgfältigem Gebrauch, so dass die Blätter beinahe heraus fallen. Das ganze Buch sieht innerhalb kürzester Zeit verbrauchter und abgenutzer aus, als die unliebsamsten uralten Schulbücher. Ich hatte schon 3€-Skripte in der Hand, die besser verarbeitet waren.

Das Layout.
Entschuldigung. Es ist ein Buch rund ums Thema Design. Wenngleich das Magazin und folglich auch das Buch eher Web- und Screenorientiert ist.
Ein bisschen mehr hätte man dennoch erwarten können. Was zum Beispiel sollen diese absolut grauenvollen Übersichtsseiten zu Beginn eines neuen Kapitels? Soll das schön sein? Soll das Stil haben? Meine ersten Versuche damals in Corel 4 sahen so aus – und ich war mächtig stolz. Aber hey, ich war 13 und noch mit Plastikfiltern und 3D-Effekten zu begeistern. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2010 – Jungs und Mädels, das geht schöner. (ja, es tut mir leid, es klingt überheblich, aber ich finde es einfach nicht gelungen).


Bildquelle: http://www.smashingbook.com

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Der Satz des Buches lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Satzspiegel ist ungünstig gewählt und der Zeilenabstand zu groß (brauchten wir Füllmaterial?) – am meisten zu bemängeln jedoch die Wahl der Schrift. Diese ist einfach nur unvorteilhaft und hemmt den ganzen Lesefluss. Das lesen ist dadurch einfach anstrengend. Die Kolumnentitel kleben irgendwo lieblos am Rand. Bilder, Zitate oder Quellcodesnippets werden scheinbar willkürlich irgendwo eingestreut. Dadurch wirkt das ganze Layout chaotisch und unsortiert. Man hat im Kopf die ganze Zeit über das Bedürfnis etwas gerade zu rücken, auszurichten, aufzuräumen… (oder unterbewußt, die fehlende CSS-Datei wieder einzuschalten ;) ) Das verwendete Bildmaterial, insbesondere in Sachen Screenshots zu Beispielseiten, ist aufgrund der Größe absolut unbrauchbar. Darüber hinaus vermisst man die explizite Erwähnung der Links zu den Origninalseiten. Ebenso störend wirken Tipp-/und Rechtschreibfehler.

Kommen wir zum Inhalt. Das eigentliche Kernstück eines Buches.
Es werden gemäß des Online-Magazins verschiedene Bereiche aus dem Webumfeld beleuchtet. Von Webapplikationen im Allgemeinen, über CSS, Typographie, Farbmanagement, bis hin zu Marketingtipps und Expertenratschlägen/Interviews.
Es handelt sich hierbei jeweils um kurze, bündige Kapitel mit kurzen Erklärungen, einigen Beispielen und eventuell noch ein paar Tipps. Alles in allem mit Sicherheit ein interessanter Einstieg oder besser gesagt Überblick, wenn man sich mit der ganzen Materie bislang nur wenig beschäftigt hat. Dann kann man durchaus das ein oder andere erfahren und lernen. Für jemand der sich schon länger damit auseinander setzt, gibt es kaum etwas zu entdecken – dafür wird einfach zu sehr an der Oberfläche gekratzt. Der ahhhh-und-ooohhh-Effekt bleibt aus. Ich denke, es handelt sich mit Sicherheit um ein nettes Buch für Einsteiger und Neulinge, die bisher nur wenig Erfahrung in Sachen Web sammeln konnten und einfach was dazu lernen wollen. Allen anderen wird der Inhalt mehr oder weniger schon geläufig sein.

Als Resumée? Ich würde vom Kauf abraten, wenn man nicht zu oben genannter Gruppe gehört. Das Preis-Leistungsverhältnis ist aus meiner Sicht keineswegs gerechtfertigt. Der Inhalt ist, wie gerwähnt sehr oberflächlich gehalten, die Verarbeitung dürftig, das Design misslungen. Sucht man nach Hilfestellungen, allgemeinen Tipps, Tutorials oder einfach nur etwas Inspiration – denke ich, gibt es im Netz wesentlich ausgiebigere und bessere Quellen, die darüber hinaus auch noch stets aktuell gehalten werden.

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